🟠 Prüfampel – Bestandsdaten und Zugänge regelmäßig kontrollieren
Artmerkmale und fotografische Grundsätze sind weitgehend zeitstabil. Brutbestände, Koloniestandorte, Besucherlenkung, Sperrungen und Führungsangebote können sich jährlich ändern. Letzte fachliche und redaktionelle Prüfung: 01.08.2026. Nächste planmäßige Prüfung: 01.04.2027, rechtzeitig vor der Rückkehr der Bienenfresser.
Bienenfresser vor einem typischen warmen Offenland- und Sandwand-Lebensraum. Eigene stilisierte Lehrillustration, keine dokumentarische Aufnahme eines konkreten Brutplatzes; Klick öffnet die große Ansicht.
Der Bienenfresser (Merops apiaster) gehört zu den farbenprächtigsten Brutvögeln Deutschlands. Sein türkisblauer Bauch, die gelbe Kehle, der schwarze Augenstreif und die rotbraune Oberseite machen ihn zu einem außergewöhnlichen Motiv für die Vogelfotografie. Gute Beobachtungsmöglichkeiten bestehen unter anderem im Raum Lambsheim und Gerolsheim in Rheinland-Pfalz, am Kaiserstuhl in Baden-Württemberg und in mehreren Regionen Sachsen-Anhalts.
Diese Seite verbindet Informationen über Lebensweise und Verhalten mit naturverträglichen Fototipps. Punktgenaue Koordinaten von Brutwänden oder nicht offiziell veröffentlichten Kolonien werden bewusst nicht genannt.
Hinweis zur Ortsbezeichnung: Mit „Königsstuhl“ ist nach der geprüften Quellenlage sehr wahrscheinlich der Kaiserstuhl in Baden-Württemberg gemeint. Für den Königsstuhl auf Rügen oder den Königsstuhl am Donnersberg ließ sich kein vergleichbarer Bienenfresser-Schwerpunkt belegen.
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Deutscher Name | Bienenfresser |
| Wissenschaftlicher Name | Merops apiaster |
| Ordnung | Rackenvögel (Coraciiformes) |
| Familie | Bienenfresser (Meropidae) |
| Größe | etwa 25 bis 29 cm |
| Spannweite | etwa 36 bis 40 cm |
| Gewicht | ungefähr 50 g |
| Nahrung | Fluginsekten, besonders Bienen, Wespen, Hummeln, Libellen, Schmetterlinge und Käfer |
| Lebensraum | warme, offene Landschaften mit insektenreichen Jagdflächen und grabfähigen Steilwänden |
| Brutplatz | Lösswände, Uferabbrüche sowie Sand-, Kies-, Ton- und Tagebaugruben |
| Aufenthalt in Deutschland | überwiegend Mai bis August, einzelne Beobachtungen bis September |
| Überwinterung | Afrika südlich der Sahara |
| Brutdauer | ungefähr 19 bis 25 Tage |
| Nestlingszeit | ungefähr 31 bis 33 Tage |
Der Bienenfresser jagt meist von einer erhöhten Sitzwarte. Von Ästen, Zäunen oder Leitungen startet er zu kurzen Jagdflügen und kehrt häufig auf dieselbe oder eine benachbarte Warte zurück. Größere Beutetiere werden vor dem Verschlucken gegen die Sitzunterlage geschlagen. Bei Bienen und Wespen wird dadurch auch der Stachelapparat unschädlich gemacht.
Der 13. Jahresbericht der Fachgruppe „Bienenfresser“ der Deutschen Ornithologischen Gesellschaft nennt für das Zensusjahr 2025 6.175 gezählte beziehungsweise teilweise hochgerechnete Paare. Weil auch bei der intensiven Erfassung Brutplätze unentdeckt geblieben sein dürften, schätzt die Fachgruppe den tatsächlichen deutschen Bestand einschließlich eines Zuschlags von zehn Prozent auf rund 6.800 Paare. Das entspricht einem Zuwachs von mindestens elf Prozent gegenüber 2024.
| Region | Brutbestand 2025 | Einordnung |
|---|---|---|
| Deutschland | 6.175 Paare erfasst beziehungsweise hochgerechnet | Allzeithoch des Zensus 2025 |
| Deutschland einschließlich Schätzung unentdeckter Bruten | rund 6.800 Paare | konservative Gesamtprognose der Fachgruppe |
| Sachsen-Anhalt und Südbaden | zusammen etwa zwei Drittel des deutschen Bestands | weiterhin die beiden größten Schwerpunktregionen |
| Bayern | 565 Brutpaare | möglicherweise noch unvollständig |
| Sachsen | 473 Brutpaare | hochgerechneter Wert |
| Rheinland-Pfalz | 424 Brutpaare | deutlicher Schwerpunkt im Südwesten |
Für Sachsen-Anhalt und Sachsen mussten Teile des Bestands geschätzt werden; ergänzende Meldungen sind möglich. Die Fachgruppe behandelt genaue Standortdaten vertraulich. Diese Seite nennt daher ausschließlich offiziell kommunizierte Beobachtungsmöglichkeiten und großräumige Regionen.
Bestandszahlen richtig lesen: Die 6.175 Paare sind kein vollständig gezählter, auf das einzelne Paar exakter Wert. Der Bericht kombiniert Zählungen und regionale Hochrechnungen. Die rund 6.800 Paare sind eine Prognose einschließlich angenommener unentdeckter Bruten.
Im Raum Lambsheim und Gerolsheim befindet sich eine bedeutende Bienenfresser-Kolonie in einer aktiven Sandabbaugrube. Der Arbeitskreis Bienenfresser des NABU Frankenthal betreut das Vorkommen gemeinsam mit Behörden und dem Grubenbetreiber.
Am nordöstlichen Rand der Grube wurde ein Beobachtungsstand eingerichtet. Er soll Besucher und Fotografen lenken und verhindern, dass das aktive Betriebsgelände oder der Bereich vor den Brutwänden betreten wird.
Aktuelle Informationen und geführte Exkursionen veröffentlicht der Arbeitskreis Bienenfresser des NABU Frankenthal.
Die Bezeichnung „Kolonie bei Lambsheim“ wird in älteren Berichten verwendet. Die aktuell betreute Beobachtungsmöglichkeit wird vom NABU als Sandabbaugrube bei Gerolsheim beschrieben.
Der Kaiserstuhl liegt in der Oberrheinebene westlich von Freiburg. Wärmebegünstigte Weinberge, Lösshohlwege, Böschungen, Trockenrasen und insektenreiche Offenflächen bieten günstige Lebensbedingungen für Bienenfresser.
Das Natura-2000-Gebiet Kaiserstuhl umfasst ein Vogelschutzgebiet von rund 7.923 Hektar. Nach Angaben des Regierungspräsidiums Freiburg befinden sich dort die bedeutendsten Brutvorkommen von Bienenfresser, Schwarzkehlchen, Zaunammer und Wiedehopf in Baden-Württemberg.
Der Kaiserstuhl ist kein einzelner Fotospot. Bienenfresser nutzen wechselnde Lösswände, Abbruchkanten und Jagdgebiete. Für einen naturverträglichen Besuch eignen sich:
Brutwände dürfen nicht betreten, von oben eingesehen oder aus kurzer Entfernung belagert werden. Auch schmale Lösshohlwege können direkt an Brutröhren vorbeiführen. Dort ist zügig und ohne längeren Aufenthalt weiterzugehen.
Informationen zum Schutzgebiet bietet das Regierungspräsidium Freiburg. Naturkundliche Hintergrundinformationen veröffentlicht der NABU Kaiserstuhl.
Sachsen-Anhalt besitzt weiterhin den größten Bienenfresser-Bestand Deutschlands. Der Zensusbericht 2025 beschreibt zahlreiche neu entdeckte Brutstandorte, weist aber zugleich auf fehlende Daten mehrerer langjährig besetzter Plätze hin. Der Landeswert wurde deshalb aus aktuellen Nachweisen und der Entwicklung der vorangegangenen fünf Jahre geschätzt. Für die Fotoplanung ist diese großräumige Einordnung hilfreicher als eine vermeintlich punktgenaue Kolonieliste.
Viele Kolonien liegen in vom Menschen geprägten Sekundärlebensräumen:
Die landesweite Erfassung von 2020 zeigte Schwerpunkte unter anderem im Saalekreis, Salzlandkreis, Burgenlandkreis, in Mansfeld-Südharz sowie in Anhalt-Bitterfeld. Diese großräumige Einordnung ist keine Aussage über die aktuelle Besetzung einzelner Kolonien.
Das Vogelmonitoring des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt beschreibt Bestandsentwicklung und Lebensräume. Für die Reiseplanung müssen zusätzlich aktuelle regionale Hinweise geprüft werden.
| Zeitraum | Typisches Verhalten | Fotografische Eignung |
|---|---|---|
| Anfang bis Mitte Mai | Rückkehr aus Afrika, Paarbildung und Suche nach Brutplätzen | gut für Flug- und Sitzwartenfotos; hohe Rücksicht beim Röhrenbau |
| Ende Mai bis Juni | Röhrenbau, Eiablage und Brut | besonders störungsempfindlich; nur offizielle Beobachtungsstellen |
| Juli | intensive Versorgung der Jungvögel | gute Flug- und Beutefotos aus großer Distanz |
| Juli bis August | Ausflug der Jungvögel, Familien und größere Gruppen | sehr gut für Sozialverhalten und Jagdflüge |
| Ende August bis September | Bildung von Trupps und Abzug | regional gute Flugaufnahmen, Anwesenheit jährlich unterschiedlich |
Die Zeiten verschieben sich abhängig von Region, Witterung und Brutverlauf. Ein kaltes und regenreiches Frühjahr kann Ankunft, Nahrungssuche und Bruterfolg deutlich beeinflussen.
Die folgenden Werte sind Ausgangspunkte. Licht, Flugrichtung, Entfernung, Kameramodell und gewünschte Bildwirkung erfordern Anpassungen.
| Motiv | Verschlusszeit | Blende | ISO | Fokus |
|---|---|---|---|---|
| Ruhiger Vogel auf Sitzwarte | 1/800 bis 1/1.600 s | f/5,6 bis f/8 | Auto-ISO | AF-C, Einzelfeld oder Tieraugen-AF |
| Beuteübergabe oder Flügelschlag | 1/1.600 bis 1/2.500 s | f/5,6 bis f/8 | Auto-ISO | AF-C mit Motivverfolgung |
| Schneller Jagdflug | 1/2.500 bis 1/4.000 s | f/5,6 bis f/8 | Auto-ISO | AF-C, großer Fokusbereich |
| Gruppe auf mehreren Sitzebenen | mindestens 1/1.000 s | f/8 bis f/11 | Auto-ISO | Fokus auf vorderes Hauptmotiv |
| Vogel vor hellem Himmel | 1/2.000 s oder kürzer | möglichst offen | Auto-ISO | Belichtungskorrektur nach Histogramm |
| Bewusster Mitzieher | 1/60 bis 1/250 s | nach Licht | niedrig halten | AF-C, gleichmäßige Bewegung |
| Verhalten | Bedeutung | Fotografische Vorbereitung |
|---|---|---|
| Vogel sitzt auf freier Warte und blickt nach oben | Suche nach Fluginsekten | Fokus halten und Raum in Blickrichtung lassen |
| Leichte Vorwärtsbewegung und gespannte Haltung | möglicher Start zum Jagdflug | kürzere Verschlusszeit und weiterer Bildausschnitt |
| Wiederholte Rückkehr zur gleichen Warte | bevorzugter Jagdplatz | Position nicht verändern, ruhig abwarten |
| Beute im Schnabel, Flug zur Kolonie | Versorgung von Partner oder Jungvögeln | nicht in Flugroute oder vor Brutröhre positionieren |
| Futterübergabe zwischen Altvögeln | Balz- oder Paarverhalten | beide Vögel im Bildausschnitt berücksichtigen |
| Mehrere Vögel rufen und sammeln sich | Kontaktverhalten oder Gruppenbildung | weiteren Ausschnitt für mögliche Starts wählen |
| Warnruf, Zögern oder Ausbleiben der Fütterung | mögliche Störung | Fotografie beenden und Distanz vergrößern |
Der Schutz der Vögel und ihrer Brutplätze hat Vorrang vor jedem Foto.
Entscheidend ist nicht eine pauschale Meterzahl, sondern eine ausreichend große Distanz, die örtliche Besucherlenkung und das unveränderte Verhalten der Vögel. Eigene redaktionelle Lehrgrafik; Klick öffnet die große Ansicht.
Nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz dürfen europäische Vogelarten während Fortpflanzung und Aufzucht nicht erheblich gestört werden. Zusätzlich gelten die jeweiligen Schutzgebietsverordnungen, Eigentumsrechte und örtlichen Betretungsregeln.
Wichtiger Schutzhinweis: Ein langer Brennweitenbereich legitimiert keine Annäherung. Zögert ein Vogel mit Beute im Schnabel, warnt er wiederholt oder bleibt die Fütterung aus, ist die Fotografie sofort zu beenden und die Distanz deutlich zu vergrößern.
Allgemeine Hinweise zur Fotografie in Schutzgebieten
Bekannte Regionen sind der Raum Lambsheim/Gerolsheim in Rheinland-Pfalz, der Kaiserstuhl in Baden-Württemberg und mehrere Landschaftsräume Sachsen-Anhalts. Fotografiert werden sollte ausschließlich von öffentlichen Wegen, eingerichteten Beobachtungsständen oder im Rahmen geführter Exkursionen.
Der fachlich belegte Schwerpunkt in Baden-Württemberg ist der Kaiserstuhl. Der ähnlich klingende Königsstuhl ist in den geprüften Quellen nicht als bedeutende Bienenfresser-Region dokumentiert.
Die meisten Bienenfresser treffen Anfang bis Mitte Mai ein. Im August und September ziehen sie wieder in Richtung ihrer afrikanischen Überwinterungsgebiete.
Ein Teleobjektiv mit etwa 400 bis 600 mm Brennweite am Vollformat ist ein guter Ausgangspunkt. Entscheidend ist, dass die Entfernung nicht für ein größeres Motiv unterschritten wird.
Offiziell eingerichtete Beobachtungsstellen können genannt werden. Nicht veröffentlichte Brutwände, Brutröhren und genaue Koloniekoordinaten sollten aus Artenschutzgründen vertraulich bleiben.
Abruf und Prüfung der Onlinequellen: 01.08.2026
| Dokumenteninformation | Festlegung |
|---|---|
| Dokumenten-ID | FW-ORT-BIE-DE-01 |
| Titel | Bienenfresser in Deutschland fotografieren |
| Bereich | Fotoorte – Deutschland – Tierfotografie – Bienenfresser |
| Dokumentenart | Art-, Fotoort- und Praxisübersicht |
| Verantwortlich | Wiki-Eigentümer |
| Version | 1.1 |
| Stand | 01.08.2026 |
| Dokumentenstatus | Öffentlich – redaktionell geprüft |
| Klassifizierung | Öffentlich |
| Letzte Quellenprüfung | 01.08.2026 |
| Bildstatus | Zwei eigene redaktionelle SVG-Lehrgrafiken; keine Darstellung eines konkreten Brutplatzes |
| Wiki.js-Pfad | /Fotografen-Wiki/Fotoorte/Deutschland/Tierfotografie/Bienenfresser/FW-ORT-BIE-DE-01_Bienenfresser_in_Deutschland |
| SEO-Titel | Bienenfresser fotografieren: Hotspots in Deutschland |
| Meta-Beschreibung | Bienenfresser in Deutschland beobachten und fotografieren: Lambsheim/Gerolsheim, Kaiserstuhl und Sachsen-Anhalt mit Fototipps und Schutzregeln. |
| Version | Datum | Änderung |
|---|---|---|
| 1.1 | 01.08.2026 | Zensusdaten 2025 aktualisiert; Prüfampel, Schutzwarnungen und zwei eigene vergrößerbare Lehrgrafiken ergänzt; Sachsen-Anhalt-Angabe methodisch präzisiert; Quellen und Links vollständig geprüft |
| 1.0 | 26.07.2026 | SEO-taugliche Übersichtsseite mit Artporträt, Bestandsdaten, Regionen, Kameraeinstellungen, Verhaltenshinweisen, Schutzregeln und Quellen erstellt |