Der Weißabgleich in der Fotografie bestimmt, welche Lichtfarbe die Kamera als neutral interpretiert. Er beeinflusst, ob Weiß wirklich weiß, Haut natürlich und eine Szene warm, kühl, grünlich oder magentafarben erscheint. Entscheidend sind dabei nicht nur die Farbtemperatur in Kelvin, sondern auch die Grün-Magenta-Korrektur, die verwendete Lichtquelle, das Dateiformat und die gewünschte Bildwirkung.
Kurz erklärt: Der Weißabgleich verändert nicht das vorhandene Licht. Er gleicht dessen Farbe bei der Aufnahme oder RAW-Entwicklung so aus, dass neutrale Flächen neutral erscheinen – oder bewusst eine wärmere beziehungsweise kühlere Stimmung erhalten.
Diese Seite erklärt Auto-Weißabgleich, feste Vorgaben, Kelvinwerte, Graukartenmessung, Tint, Mischlicht und den Unterschied zwischen RAW und JPEG. Zusätzlich wird gezeigt, wie sich Weißabgleich, Kameraprofil, Leica Looks, Belichtung und Farbmanagement voneinander unterscheiden.
Symbolbild: Dieselbe neutrale Aufnahmesituation zeigt die sichtbare Wirkung eines kühlen, neutralen und warmen Weißabgleichs. Die Kelvinwerte sind didaktische Vergleichswerte. Das Bild lässt sich in einem neuen Tab vergrößern.
Bildhinweis: Die Vergleichsgrafik ist eine KI-generierte didaktische Symbolillustration. Sie zeigt keine farbmetrisch gemessene Referenz und darf nicht zur Kalibrierung von Kamera oder Monitor verwendet werden.
| Dokumenteninformation | Festlegung |
|---|---|
| Dokumenten-ID | FW-WIS-GR-05 |
| Titel | Weißabgleich und Farbe in der Fotografie richtig verstehen |
| Bereich | Fotowissen – Grundlagen |
| Dokumentenart | SEO-Grundlagenwissen und Praxisanleitung |
| Verantwortlich | Wiki-Eigentümer |
| Version | 1.2 |
| Stand | 01.08.2026 |
| Dokumentenstatus | Öffentliche Fachseite – redaktionell geprüft |
| Klassifizierung | Öffentlich |
| Geltungsbereich | Digitale Farb- und Schwarzweißfotografie; Hinweise zur analogen Fotografie |
| Quellenstand | Leica- und Adobe-Primärquellen, geprüft am 28.07.2026 |
| Nächste Prüfung | 01.11.2026 oder nach wesentlichen Firmware- und Softwareänderungen |
| SEO-Titel | Weißabgleich und Farbe: Kelvin, Tint, RAW und Graukarte |
| Meta-Beschreibung | Weißabgleich einfach erklärt: Farbtemperatur, Kelvin, Tint, Graukarte, Auto-WB, RAW und JPEG sowie Praxiseinstellungen für natürliche Farben. |
| Wiki.js-Tags | weißabgleich fotografie, farbtemperatur kelvin, tint fotografie, graukarte weißabgleich, auto weißabgleich, raw weißabgleich, farben fotografie |
| Wiki.js-Pfad | /Fotografen-Wiki/Fotowissen/Grundlagen/FW-WIS-GR-05_Weissabgleich_und_Farbe |
Das menschliche Sehsystem passt sich an unterschiedliche Lichtfarben an. Ein weißes Blatt Papier erscheint uns sowohl bei Tageslicht als auch unter einer warmen Lampe meist weiterhin weiß. Ein Kamerasensor zeichnet die spektrale Zusammensetzung des Lichts dagegen zunächst deutlich objektiver auf.
Der Weißabgleich teilt der Kamera oder dem RAW-Programm mit, welche Lichtfarbe als neutral behandelt werden soll. Daraus werden die Farbkanäle so gewichtet, dass eine neutrale graue oder weiße Fläche möglichst ohne Farbstich wiedergegeben wird.
Der Weißabgleich beeinflusst insbesondere:
Ein technisch neutraler Weißabgleich ist nicht immer die gestalterisch beste Entscheidung. Das warme Licht eines Sonnenuntergangs oder die kühle Atmosphäre der Blauen Stunde darf im fertigen Bild sichtbar bleiben.
Die Farbtemperatur wird in Kelvin (K) angegeben. Niedrige Werte beschreiben typischerweise warm wirkendes, gelbliches bis rötliches Licht. Hohe Werte stehen häufig für kühl wirkendes, bläuliches Licht.
| Lichtquelle oder Situation | Ungefähre Lichtfarbe |
|---|---|
| Kerzenlicht | etwa 1.800–2.200 K |
| Klassische Glühlampe | etwa 2.700–3.200 K |
| Sonnenaufgang und Sonnenuntergang | stark wechselnd, häufig etwa 3.000–5.000 K |
| Direktes Tageslicht | ungefähr 5.000–5.600 K |
| Elektronenblitz | häufig ungefähr 5.500–6.000 K |
| Bedeckter Himmel | häufig ungefähr 6.000–7.000 K |
| Offener Schatten bei blauem Himmel | häufig ungefähr 7.000–9.000 K |
Diese Werte sind Orientierungen, keine Messwerte für jede konkrete Situation. Wetter, Tageszeit, Reflexionen, Bewuchs, Gebäudefarben und künstliche Lichtquellen verändern die tatsächliche spektrale Zusammensetzung.
Die Farbtemperatur des vorhandenen Lichts und die Kelvin-Einstellung des Weißabgleichs dürfen nicht verwechselt werden:
Merksatz: Die Kelvinzahl beschreibt die angenommene Lichtquelle; die sichtbare Korrektur im Bild wirkt in die entgegengesetzte Richtung.
Kelvin korrigiert vor allem die Achse Blau–Orange. Viele Farbstiche liegen jedoch zusätzlich auf der Achse Grün–Magenta. Diese zweite Korrektur wird in RAW-Programmen häufig als Tint, Tönung oder Grün-Magenta-Regler bezeichnet.
Typische Ursachen:
| Wahrgenommener Farbstich | Typische Korrekturrichtung |
|---|---|
| Bild wirkt zu grün | Tint in Richtung Magenta verschieben |
| Bild wirkt zu magenta | Tint in Richtung Grün verschieben |
| Bild wirkt zu gelb oder orange | Temperatur niedriger einstellen |
| Bild wirkt zu blau | Temperatur höher einstellen |
Kelvin allein kann eine ungeeignete oder lückenhafte Lichtquelle nicht vollständig korrigieren. Bei schwacher Farbwiedergabe einer LED fehlen möglicherweise Spektralanteile, die auch durch nachträgliche Regler nicht rekonstruiert werden können.
Aktuelle Digitalkameras bieten meist mehrere Vorgehensweisen:
| Methode | Funktionsweise | Geeignet für |
|---|---|---|
| Automatischer Weißabgleich | Kamera analysiert die Szene und bestimmt eine neutrale Wiedergabe | Alltag, Reise, wechselndes Licht und schnelle Situationen |
| Feste Vorgabe | Auswahl wie Tageslicht, bewölkt, Schatten, Kunstlicht oder Blitz | gleichbleibende Lichtquelle und konsistente Serien |
| Direkte Kelvin-Eingabe | Farbtemperatur wird als Zahlenwert eingestellt | kontrolliertes Licht, Video, Serien und bewusste Gestaltung |
| Manuelle Messung | Kamera misst eine weiße oder neutral graue Referenz im Motivlicht | Produkt, Reproduktion, Porträt und schwieriges Kunstlicht |
Welche Optionen und Werte verfügbar sind, hängt vom Kameramodell und der Firmware ab.
Der automatische Weißabgleich, häufig AWB oder Auto WB genannt, liefert in vielen Situationen einen guten Ausgangspunkt. Er ist besonders hilfreich, wenn sich Lichtquellen während einer Reportage, Reise oder Veranstaltung schnell ändern.
Für Panoramaaufnahmen, Reproduktionen, Produktserien, Zeitraffer und Video ist eine feste Einstellung meist konsistenter als Auto-WB.
Bezeichnungen und hinterlegte Kelvinwerte unterscheiden sich je nach Hersteller und Kameramodell. Die folgenden Einstellungen beschreiben typische Anwendungsfälle:
| Vorgabe | Typische Verwendung | Mögliche Fehlanwendung |
|---|---|---|
| Tageslicht | direktes Sonnenlicht | Schatten können deutlich blau bleiben |
| Bewölkt | bedeckter Himmel und weichere Außenbeleuchtung | kann direkte Sonne unnötig erwärmen |
| Schatten | Motiv im offenen Schatten | kann Haut oder Sonnenlicht zu warm wiedergeben |
| Kunstlicht/Glühlampe | überwiegend warmes Wolframlicht | Tageslicht wird stark blau |
| Leuchtstofflampe | bestimmte Leuchtstoffquellen | moderne LEDs können völlig anders reagieren |
| Blitz | Elektronenblitz oder darauf abgestimmte Lichtquelle | Umgebungslicht kann eine andere Farbe besitzen |
| HMI | entsprechend spezifizierte HMI-Lichtquelle | ungeeignet für beliebiges LED- oder Mischlicht |
Eine feste Vorgabe ist vor allem dann sinnvoll, wenn eine Serie farblich einheitlich bleiben soll. Sie garantiert aber keine perfekte Neutralität.
Eine neutrale Graukarte oder geeignete Weißabgleichkarte kann die Lichtfarbe am Motiv erfassen. Sie muss dasselbe Licht erhalten wie das Motiv.
Eine Graukarte kann zwei unterschiedliche Aufgaben erfüllen:
Nicht jede beliebige graue Fläche ist spektral neutral. Eine Wand, ein Kleidungsstück oder eine bedruckte Karte kann für das Auge grau wirken und dennoch einen messbaren Farbstich besitzen.
Referenzkarte prüfen: Eine Graukarte für die Belichtungsmessung ist nicht automatisch spektral neutral genug für einen präzisen Weißabgleich. Für farbkritische Aufnahmen muss die Eignung ausdrücklich angegeben sein.
Eine weiße Referenz kann funktionieren, sofern sie neutral ist und nicht überbelichtet wird. Ausgefressene RGB-Kanäle enthalten keine zuverlässige Farbinformation. Eine geeignete neutrale Graukarte bietet deshalb häufig mehr Messsicherheit.
Die direkte Kelvin-Eingabe eignet sich für wiederholbare Serien und eine kontrollierte Bildstimmung.
| Situation | Möglicher Ausgangswert |
|---|---|
| Klassisches warmes Kunstlicht | 2.800–3.200 K |
| Früher Morgen oder spätes Abendlicht | 4.000–5.000 K, abhängig von gewünschter Wärme |
| Direktes Tageslicht | etwa 5.200–5.600 K |
| Elektronenblitz | etwa 5.500–6.000 K |
| Bedeckter Himmel | etwa 6.000–6.500 K |
| Offener Schatten | etwa 6.500–8.000 K |
Diese Zahlen dienen als Startwerte. Die passende Einstellung ergibt sich aus tatsächlichem Licht, Kameraprofil und Bildabsicht.
Bei einer RAW-Datei werden die Sensordaten zusammen mit der Weißabgleich-Einstellung als Metadaten gespeichert. Der RAW-Konverter verwendet diese Einstellung als Ausgangspunkt. Temperatur und Tint lassen sich normalerweise nachträglich weitreichend verändern, ohne die ursprünglichen Sensordaten zu überschreiben.
Vorteile:
RAW ist dennoch keine vollständige Absicherung gegen schlechtes Licht. Stark überbelichtete Farbkanäle, fehlende Spektralanteile, extremes Mischlicht oder farbige Reflexionen lassen sich nicht immer vollständig beheben.
RAW-Grenze: Weißabgleich in RAW ist flexibel, kann aber ausgefressene Farbkanäle oder Spektrallücken ungeeigneter LEDs nicht rekonstruieren. Belichtung und Lichtqualität müssen bereits bei der Aufnahme stimmen.
Beim JPEG wird der Weißabgleich bereits in die Pixelwerte eingerechnet. Eine spätere Korrektur ist möglich, besitzt aber deutlich weniger Spielraum:
Für farbkritische oder nicht wiederholbare Aufnahmen ist RAW beziehungsweise DNG der sicherere Ausgangspunkt. Wer sofort verwendbare Dateien benötigt, kann RAW + JPEG aufzeichnen.
Mischlicht entsteht, wenn mehrere Lichtquellen mit unterschiedlichen Farben gleichzeitig auf Motiv oder Hintergrund wirken.
Beispiele:
Ein globaler Weißabgleich kann nur eine Hauptlichtfarbe neutralisieren. Andere Bereiche behalten möglicherweise einen Farbstich.
Gestalterische Entscheidung: Unterschiedliche Lichtfarben müssen nicht immer entfernt werden. Warmes Innenlicht und kühles Fensterlicht können Tiefe und Atmosphäre erzeugen.
Ein Elektronenblitz ist häufig ungefähr auf Tageslicht abgestimmt. Seine tatsächliche Lichtfarbe kann jedoch von Blitzgerät, Leistungsstufe, Alter, Diffusor, Reflektor und Lichtformer abhängen.
| Situation | Vorgehen |
|---|---|
| Blitz als einzige Hauptlichtquelle | Blitzvorgabe, Auto-WB oder gemessenen Wert testen |
| Aufhellblitz im Tageslicht | Tageslicht- oder Blitzwert als Ausgangspunkt |
| Blitz in warm beleuchtetem Innenraum | Blitz mit CTO-Folie erwärmen und auf Kunstlicht abstimmen |
| Blitz unter Leuchtstoff- oder LED-Licht | geeignete Korrekturfolie und Referenzmessung testen |
| Mehrere Blitzgeräte | gleiche Lichtformer und Farbfolien verwenden, Abweichungen prüfen |
CTO bezeichnet eine orangefarbene Korrekturfolie, mit der Blitzlicht an wärmeres Kunstlicht angenähert werden kann. Die benötigte Stärke hängt vom vorhandenen Licht ab.
Bei Hauttönen fallen kleine Farbabweichungen besonders auf. Achten Sie auf:
Ein neutraler Weißabgleich ist der Ausgangspunkt. Die endgültige Hautwiedergabe kann bewusst leicht wärmer gestaltet werden, sollte aber nicht mit einer unkontrollierten Grün-Magenta-Abweichung verwechselt werden.
Für farbkritische Aufnahmen:
Der Weißabgleich allein garantiert keine farbverbindliche Reproduktion.
Waldlicht kann durch Blätter stark grün beeinflusst werden. Gleichzeitig können offene Himmelsbereiche deutlich blauer erscheinen.
Möglicher Arbeitsablauf:
Ein automatischer Weißabgleich kann kühle Lichtstimmungen neutralisieren. Für eine atmosphärische Wiedergabe kann deshalb ein fester Tageslichtwert oder ein bewusst niedrigerer Kelvinwert sinnvoll sein.
Der Weißabgleich ist nicht nur eine Korrektur, sondern auch ein Gestaltungsmittel.
| Bildabsicht | Mögliche Richtung |
|---|---|
| Wärme, Nähe und Abendstimmung | Kelvinwert erhöhen |
| Kühle, Ruhe, Winter oder Nacht | Kelvinwert senken |
| Technische Neutralität | Graukarte und neutrale Entwicklung |
| Kontrast zwischen Innen und Außen | Unterschiedliche Lichtfarben teilweise erhalten |
| Einheitliche Bildserie | festen Wert oder gemeinsame RAW-Synchronisierung verwenden |
| Filmische Farbwirkung | Weißabgleich, Profil und gezielte Farbkorrektur kombiniert einsetzen |
Eine kreative Verschiebung sollte bewusst erfolgen. Zufällige Farbunterschiede zwischen fast identischen Bildern wirken dagegen häufig wie ein Bearbeitungsfehler.
Diese Begriffe beeinflussen Farbe, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben:
| Funktion | Aufgabe |
|---|---|
| Weißabgleich | Neutralisiert oder gestaltet die Lichtfarbe über Temperatur und Tint |
| Kameraprofil | Übersetzt die Sensordaten in eine bestimmte Farbwiedergabe |
| JPEG-Bildstil oder Leica Look | Verändert Kontrast, Sättigung, Farbe und gegebenenfalls weitere Bildeigenschaften |
| HSL/Farbmischer | Verändert einzelne Farbbereiche nach Farbton, Sättigung und Helligkeit |
| Monitorprofil | Beschreibt, wie der verwendete Bildschirm Farben tatsächlich darstellt |
| Exportfarbraum | Legt den Farbraum der ausgegebenen Datei fest, beispielsweise sRGB oder Adobe RGB |
Ein unpassendes Kameraprofil kann trotz korrekt gesetztem Weißabgleich zu unerwünschten Haut- oder Grüntönen führen. Umgekehrt behebt ein anderes Profil keinen falsch gesetzten Weißabgleich zuverlässig.
Leica Looks sind gestalterische Profile für kompatible Kameras und JPEG-Workflows. Sie ersetzen weder die korrekte Erfassung der Lichtfarbe noch eine Neutralreferenz. Bei DNG-Dateien hängt ihre spätere Sichtbarkeit und Nachbildung vom verwendeten RAW-Programm und Workflow ab.
Leica Looks: Profile, kompatible Kameras und Workflow
Die genaue Bedienung ist modell- und firmwareabhängig. Aktuelle Leica-Farbkameras bieten je nach Modell:
Leica nennt für M11 und Q3 bei der direkten Farbtemperatureinstellung einen Bereich von 2.000 bis 11.500 K. Die verfügbaren Festwerte unterscheiden sich zwischen Modellen. Vor einer wichtigen Serie ist deshalb die jeweilige Anleitung maßgeblich.
| Situation | Ausgangspunkt |
|---|---|
| Photowalk mit wechselndem Licht | Auto-WB und DNG |
| Landschaftsserie oder Panorama | fester Kelvinwert und DNG |
| Porträt unter kontrolliertem Licht | Graukartenmessung, DNG und Referenzbild |
| Kunstlichtveranstaltung | Auto-WB oder Hauptlicht messen; Mischlicht bewusst beurteilen |
| JPEG direkt aus der Kamera | Weißabgleich und Leica Look vorab mit Testaufnahme prüfen |
| Video | festen Weißabgleich verwenden, damit die Farbe nicht während der Aufnahme springt |
Eine Leica M11 Monochrom oder Q3 Monochrom zeichnet keine Farbinformation auf. Ein klassischer Weißabgleich zur Erzeugung neutraler Farben ist für die monochrome Sensordatei daher nicht erforderlich.
Wichtig bleiben:
Ein nachträglicher Farbkanalmischer steht bei echten Monochrom-DNGs nicht zur Verfügung.
Leica-Monochrom-Hinweis: Die Farbwirkung muss bei einer echten Monochromkamera vor der Aufnahme über Licht, Motivfarben und physische Farbfilter gestaltet werden. Eine spätere Trennung über RGB-Farbkanäle ist nicht möglich.
Bei Farbfilm ist die Farbabstimmung durch das Filmmaterial festgelegt:
Bei Schwarzweißfilm gibt es keinen Weißabgleich. Farbfilter beeinflussen jedoch die spätere Grauwertwiedergabe.
| Fehler | Folge | Bessere Vorgehensweise |
|---|---|---|
| Kelvin und Tint werden verwechselt | Gelbstich wird korrigiert, Grünstich bleibt bestehen | beide Achsen getrennt prüfen |
| Auto-WB bei Panorama oder Serie | sichtbare Farbwechsel zwischen Bildern | festen Wert verwenden |
| Graukarte erhält anderes Licht als das Motiv | unpassende Neutralisierung | Referenz an der Motivposition messen |
| Weiße Referenz wird überbelichtet | unzuverlässige Farbinformation | helle Fläche mit Zeichnung oder Graukarte verwenden |
| Beliebige graue Fläche dient als Referenz | versteckter Farbstich | spektral neutrale Karte nutzen |
| JPEG wird extrem korrigiert | Farbabrisse und beschädigte Kanäle | RAW aufnehmen |
| Abendlicht wird vollständig neutralisiert | Stimmung geht verloren | technischen und kreativen Abgleich unterscheiden |
| Mischlicht wird als eine Lichtquelle behandelt | ein Bereich bleibt farbstichig | Hauptlicht wählen oder Lichtquellen angleichen |
| Bildschirm ist nicht profiliert | falsche Beurteilung der Farben | Monitor kalibrieren und profilieren |
| Weißabgleich soll falsche Belichtung retten | Helligkeit und Farbe werden vermischt | Belichtung zuerst technisch prüfen |
| Situation | Aufnahmeformat | Weißabgleich als Ausgangspunkt | Kontrolle |
|---|---|---|---|
| Sonniger Tag | DNG oder DNG + JPEG | Auto oder etwa 5.200–5.600 K | Haut, neutrale Flächen und blauer Himmel |
| Bewölkter Himmel | DNG | Auto oder etwa 6.000–6.500 K | nicht unnötig stark erwärmen |
| Offener Schatten | DNG | Auto oder etwa 6.500–8.000 K | Haut und bläuliche Schatten |
| Sonnenuntergang | DNG | Tageslicht oder bewusster Kelvinwert | Wärme nicht vollständig entfernen |
| Wald | DNG | Auto als Start, danach Temperatur und Tint | grüner Reflex und blauer Himmel |
| Glühlampenraum | DNG | etwa 2.800–3.200 K | Haut und verbleibende Wärme |
| LED-Veranstaltung | DNG | Auto oder manuelle Referenz | Grün-Magenta, Banding und Haut |
| Produktaufnahme | DNG | Graukartenmessung | Farbtafel und Monitorprofil |
| Blitzstudio | DNG | Blitzwert oder gemessener Wert | Lichtformer und Leistung |
| Video | modellabhängiges Videoformat | fester Kelvin- und Tintwert | keine sichtbaren Sprünge |
Es gibt keinen universell besten Wert. Auto-WB eignet sich für wechselnde Situationen, ein fester Kelvinwert für konsistente Serien und eine Graukartenmessung für kontrollierte, farbkritische Aufnahmen.
Weitgehend ja. Die ursprünglichen Sensordaten bleiben erhalten und der gespeicherte Weißabgleich dient als Ausgangswert. Überbelichtete Kanäle, fehlende Spektralanteile und extremes Mischlicht lassen sich dennoch nicht immer vollständig korrigieren.
Sensor, Kameraprofil, Objektiv, Lichtquelle, Tint, RAW-Konverter und JPEG-Verarbeitung beeinflussen die sichtbare Farbe. Eine identische Kelvinzahl garantiert deshalb keine identische Wiedergabe.
Nein. Eine Graukarte liefert eine neutrale Referenz für Belichtung oder Weißabgleich. Eine Farbtafel enthält zusätzlich definierte Farbfelder für Profilierung und umfassendere Farbkontrolle.
Nicht zwingend. Schnee übernimmt die Farbe des vorhandenen Lichts und kann im Schatten bläulich oder bei Sonnenaufgang warm erscheinen. Eine vollständige Neutralisierung kann die natürliche Atmosphäre zerstören.
Für eine echte monochrome Sensordatei ist kein klassischer Farbweißabgleich erforderlich, weil keine Farbinformation aufgezeichnet wird. Die Lichtfarbe und physische Farbfilter beeinflussen dennoch die Helligkeits- und Tonwertwiedergabe.
Nein. Belichtung bestimmt die aufgezeichnete Lichtmenge und Tonwertplatzierung. Weißabgleich bestimmt die Interpretation der Lichtfarbe. Beide Einstellungen beeinflussen die sichtbare Datei, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.
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Die allgemeinen Grundlagen gelten herstellerübergreifend. Kameramenüs, feste Weißabgleichwerte, Messverfahren und verfügbare Kelvinbereiche sind modell- und firmwareabhängig. Die Werte für Leica M11 und Q3 wurden am 28.07.2026 anhand offizieller Leica-Unterlagen geprüft. Vor einer wichtigen Aufnahme ist die Anleitung des konkret verwendeten Kameramodells maßgeblich.
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