Die Leica M-A (Typ 127) und die Leica MP sind analoge Kleinbild-Messsucherkameras mit Leica-M-Bajonett, manuellem Filmtransport und mechanisch gesteuertem Tuchverschluss. Der entscheidende Unterschied liegt in der Belichtungsmessung: Die M-A besitzt weder Belichtungsmesser noch Batterie, während die MP eine selektive TTL-Messung mit LED-Lichtwaage bietet.
Kurzantwort: Wer vollständig ohne Elektronik arbeiten und die Belichtung mit Erfahrung oder externem Belichtungsmesser bestimmen möchte, findet in der Leica M-A die konsequentere Kamera. Wer die gleiche mechanische Grundidee mit einer integrierten Belichtungshilfe verbinden möchte, ist mit der Leica MP meist schneller und sicherer.
| Dokumenteninformation | Festlegung |
|---|---|
| Dokumenten-ID | FW-KAM-LEI-MAMP-01 |
| Titel | Leica M-A (Typ 127) und Leica MP im Vergleich |
| Bereich | Ausrüstung – Kameras – Leica – Analoge Leica M |
| Dokumentenart | Kameravergleich und Praxisübersicht |
| Hersteller | Leica Camera AG |
| Verantwortlich | Wiki-Eigentümer |
| Version | 1.0 |
| Stand | 26.07.2026 |
| Dokumentenstatus | Entwurf zur Veröffentlichung |
| Klassifizierung | Öffentlich |
| Technischer Prüfstand | Aktuelle Leica-Anleitungen, technische Daten und unabhängige Tests, geprüft am 26.07.2026 |
| Wiki.js-Pfad | /Fotografen-Wiki/Ausruestung/Kameras/Leica/Leica_M-A_und_MP/FW-KAM-LEI-MAMP-01_Leica_M-A_und_Leica_MP |
| Merkmal | Leica M-A (Typ 127) | Leica MP |
|---|---|---|
| Markteinführung | 2014; regulär ab Oktober 2014 | 2003 |
| Aufnahmeformat | Kleinbildfilm 24 × 36 mm | Kleinbildfilm 24 × 36 mm |
| Objektivanschluss | Leica-M-Bajonett | Leica-M-Bajonett |
| Fokussierung | Manuell über gekuppelten Messsucher | Manuell über gekuppelten Messsucher |
| Belichtungssteuerung | Vollständig manuell | Vollständig manuell |
| Interner Belichtungsmesser | Nein | Selektive TTL-Messung bei Arbeitsblende |
| Sucheranzeige | Leuchtrahmen und Entfernungsmessfeld | Leuchtrahmen, Entfernungsmessfeld und LED-Lichtwaage |
| Energieversorgung | Keine Batterie | Batterie nur für Belichtungsmessung und LEDs |
| Verschluss | Mechanischer, horizontal laufender gummierter Tuch-Schlitzverschluss | Mechanischer, horizontal laufender gummierter Tuch-Schlitzverschluss |
| Verschlusszeiten | 1 s bis 1/1.000 s sowie B | 1 s bis 1/1.000 s sowie B |
| Blitzsynchronzeit | 1/50 s | 1/50 s |
| Suchervergrößerung | 0,72-fach | 0,72-fach |
| Leuchtrahmen | 28/90, 35/135 und 50/75 mm | 28/90, 35/135 und 50/75 mm |
| Effektive Messbasis | 49,9 mm | 49,9 mm |
| Abmessungen | ca. 138 × 77 × 38 mm | ca. 138 × 77 × 38 mm |
| Gewicht | ca. 578 g | ca. 585 g ohne Batterie |
| Typische Oberfläche | Schwarz verchromt oder silbern verchromt | Schwarz lackiert oder silbern verchromt |
| Grundcharakter | Maximale Reduktion ohne Elektronik | Mechanische M mit integrierter Lichtwaage |
Die Gewichts- und Ausstattungsangaben beziehen sich auf die aktuellen Leica-Unterlagen. Sondereditionen, ältere Produktionsstände oder Zubehör können davon abweichen.
Leica stellte die M-A 2014 zum 60-jährigen Bestehen des Leica-M-Systems vor. Sie ist als vollständig mechanische Kamera konzipiert: Es gibt keine Belichtungsmessung, keine Sucher-LEDs, keinen Monitor und keine Batterie. Verschlusszeit, Blende, Entfernung und Filmtransport werden ausschließlich von Hand gesteuert.
Die M-A eignet sich besonders für Fotografinnen und Fotografen, die bereits sicher mit Lichtmessung, „Sunny 16“, Belichtungstabellen oder einem Handbelichtungsmesser umgehen können.
Die aktuelle Leica MP wurde 2003 eingeführt. Sie verbindet einen mechanisch arbeitenden Verschluss mit einer selektiven TTL-Belichtungsmessung. Die Kamera misst bei Arbeitsblende das Licht, das von einem Messpunkt auf dem ersten Verschlussvorhang reflektiert wird. Das Messfeld entspricht laut Leica ungefähr 13 Prozent des Kleinbildformats.
Im Sucher zeigen zwei dreieckige LEDs und eine mittlere Anzeige an, in welche Richtung Blende oder Verschlusszeit verändert werden müssen. Die Filmempfindlichkeit wird manuell von ISO 6 bis ISO 6.400 eingestellt.
Die Bezeichnung Leica MP wurde bereits in den 1950er-Jahren für eine seltene professionelle Variante der Leica M3 verwendet. Die auf dieser Seite behandelte Kamera ist dagegen die seit 2003 angebotene moderne Leica MP mit eingebauter TTL-Belichtungsmessung.
Bei Gebrauchtangeboten, Seriennummern, Sondereditionen und Literatur müssen deshalb Baujahr, Ausführung und genaue Modellbezeichnung geprüft werden. Für die historische Zuordnung dient die Seite:
Leica Seriennummern, Sondereditionen und Geschenke
Ein GOSSEN-Handbelichtungsmesser ist dafür eine sinnvolle Ergänzung:
GOSSEN-Belichtungsmesser richtig einsetzen
Bei direkter Sonne kann als Ausgangspunkt gelten:
Bei ISO 400 wäre 1/400 s der rechnerische Ausgangspunkt. Da die M-A nur ganze Zeitstufen bietet, wird in der Praxis beispielsweise 1/500 s gewählt und die Blende oder Entwicklungserfahrung entsprechend berücksichtigt.
Sunny 16 ist eine Erfahrungsregel und ersetzt bei kritischen Motiven keine Messung. Schnee, Gegenlicht, Höhlen, Bühnenlicht und starke Schattenkontraste benötigen eine bewusstere Bewertung.
Die MP misst selektiv in einem begrenzten Bereich der Bildmitte. Dieses Verfahren ist präzise, wenn gezielt ein bildwichtiger Tonwert angemessen wird.
Die MP besitzt keine automatische Belichtung. Die Lichtwaage gibt nur eine Messinformation; die Entscheidung bleibt vollständig bei der fotografierenden Person.
Beide Kameras verwenden einen 0,72-fachen Leuchtrahmen-Messsucher. Die Leuchtrahmen erscheinen paarweise für:
Die effektive Messbasis von 49,9 mm ermöglicht eine präzise Scharfstellung, verlangt bei lichtstarken Objektiven und offener Blende aber eine korrekt justierte Kombination aus Kamera und Objektiv.
| Brennweite | Typischer Einsatz | Hinweis |
|---|---|---|
| 28 mm | Reportage, Reise, Landschaft | Rahmen liegt weit außen; für Brillenträger prüfen |
| 35 mm | Street, Reportage und Alltag | sehr universelle Kombination |
| 50 mm | Dokumentation, Porträt im Umfeld | ruhige, natürliche Bildwirkung |
| 75 mm | Porträt und Details | Scharfstellung bei offener Blende anspruchsvoller |
| 90 mm | Porträt und Distanz | kleine Fokusfehler werden deutlich sichtbar |
| 135 mm | Details und Landschaft | kleiner Sucherrahmen; sorgfältige Justage wichtig |
Objektive unterhalb von 28 mm benötigen in der Regel einen externen Sucher für die Bildgestaltung. Vor dem Einsatz älterer, versenkbarer oder ungewöhnlich konstruierter M-Objektive ist die Kompatibilität mit der konkreten Kamera zu prüfen.
Weitere Auswahlseiten:
| Film | Charakter | Geeignete Anwendung |
|---|---|---|
| Kodak TRI-X 400 | klassisches Korn, kräftige Mitteltöne, gutmütige Belichtung | Reportage, Street, Alltag und Schwarzweißprojekte |
| Ilford HP5 Plus 400 | flexibel, gut pushbar, breiter Einsatzbereich | Reise, Reportage und wechselndes Licht |
| Kodak T-MAX 100 | feines Korn und hohe Detailauflösung | Landschaft, Architektur und Stativarbeit |
| Kodak Portra 400 | Farbnegativfilm mit großem Belichtungsspielraum | Reise, Porträt und Reportage |
| Kodak Ektar 100 | gesättigte Farben und feines Korn | Landschaft und Architektur bei gutem Licht |
| Diafilm ISO 50/100 | direktes Positiv und hohe Farbklarheit | kontrolliertes Licht; sehr genaue Messung nötig |
Zur Vorstellung der M-A im Jahr 2014 legte Leica einen Kodak TRI-X 400 bei. Der Film passt besonders gut zum reduzierten Reportagecharakter beider Kameras.
| Anforderung | Bessere Ausgangswahl | Begründung |
|---|---|---|
| Vollständig ohne Batterie fotografieren | Leica M-A | keine Elektronik und keine Innenmessung |
| Wechselnde Lichtsituationen | Leica MP | interne TTL-Messung beschleunigt die Belichtung |
| Lernen mit externem Belichtungsmesser | Leica M-A | Messung und Kameraeinstellung bleiben klar getrennt |
| Reise mit möglichst wenig Zubehör | Leica MP | kein zusätzliches Messgerät erforderlich |
| Langfristige mechanische Reduktion | Leica M-A | geringstmögliche technische Ausstattung |
| Analoge Reportage mit TRI-X 400 | beide | Entscheidung hängt von Messmethode und Arbeitsweise ab |
| Zonensystem und selektive Messung | beide | M-A mit Spotmesser flexibler; MP mit begrenztem internem Messfeld schneller |
| Umstieg von Leica M6 | Leica MP | vertraute Lichtwaage und mechanischer Verschluss |
| Ruhiger Sucher ohne Anzeigen | Leica M-A | keine LEDs im Sucher |
Praxisempfehlung: Wer noch nicht sicher ohne Innenmessung arbeitet, sollte beide Kameras mit demselben Objektiv und Filmtyp ausprobieren. Der Unterschied zeigt sich weniger in der Bildqualität als im Aufnahmeprozess.
Unabhängige Testberichte bewerten beide Kameras überwiegend als hochwertig verarbeitete, langlebig gedachte Werkzeuge mit einem sehr bewussten Aufnahmeprozess. Wiederkehrende Kritikpunkte sind der hohe Preis, die vollständig manuelle Bedienung, die Übung beim Messsucherfokus und die maximale Verschlusszeit von nur 1/1.000 s.
Testergebnisse beschreiben die jeweilige Testkamera und ersetzen keinen eigenen Funktionstest. Messsucherjustage, Sucherklarheit, Verschluss und Filmtransport können bei gebrauchten Exemplaren vom Neuzustand abweichen.
| Prüfschritt | M-A | MP |
|---|---|---|
| Seriennummer und Ausführung dokumentieren | ja | ja |
| Sucher auf Trübung, Pilz, Staub und Separation prüfen | ja | ja |
| Entfernungsmesser bei nah und unendlich testen | ja | ja |
| Leuchtrahmen und Bildfeldwähler prüfen | ja | ja |
| Verschlussvorhänge gegen Licht kontrollieren | ja | ja |
| alle Zeiten auslösen und auf Plausibilität prüfen | ja | ja |
| Filmtransport, Zählwerk und Rückspulung prüfen | ja | ja |
| Bodendeckel, Rückwand und Druckplatte prüfen | ja | ja |
| Blitzkontakt testen | ja | ja |
| Batteriefach auf Korrosion prüfen | entfällt | ja |
| Lichtwaage und ISO-Einstellung prüfen | entfällt | ja |
| Messwert mit verlässlichem Belichtungsmesser vergleichen | entfällt | ja |
| Wartungs- und Reparaturnachweise erfragen | ja | ja |
Ein kurzer Leerlauftest reicht bei einer hochpreisigen Analogkamera nicht aus. Idealerweise wird ein Testfilm belichtet und auf Bildabstand, Lichteinfall, Verschlussgleichlauf und Fokuslage geprüft.
Ja. Der mechanische Verschluss und die Aufnahme funktionieren ohne Batterie. Ohne Batterie stehen jedoch Belichtungsmessung und LED-Lichtwaage nicht zur Verfügung.
Nein. Die M-A besitzt keine elektronische Belichtungsmessung und arbeitet vollständig mechanisch.
Bei gleichem Film, gleichem Objektiv, gleicher Belichtung und gleicher Entwicklung ist keine kamerabedingte unterschiedliche Bildqualität zu erwarten. Die Kameras unterscheiden sich vor allem bei Messung, Bedienung und Arbeitsweise.
Die MP ist durch ihre interne Lichtwaage meist leichter zugänglich. Die M-A kann allerdings ein sehr gutes Lernwerkzeug sein, wenn ein zuverlässiger Handbelichtungsmesser verwendet und bewusst geübt wird.
Ja. In Verbindung mit einem externen Spotbelichtungsmesser lassen sich Motivbereiche gezielt messen und Zonen zuordnen. Bei der MP ist das interne Messfeld selektiv, aber kein enger 1°-Spotmesser.
Grundsätzlich ja, wenn Bajonett, Messsucherkupplung, Rahmenwahl und mechanische Freigängigkeit passen. Die konkrete Kombination muss vor dem Einsatz geprüft werden.
Beide. Die M-A bietet den konsequent reduzierten Ablauf mit externer Messung; die MP erleichtert schnelle Belichtungsentscheidungen bei wechselndem Licht.
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|---|---|
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