Das Leica Tri-Elmar-M 1:4/28–35–50 mm ASPH. verbindet die drei klassischen M-Brennweiten 28, 35 und 50 mm in einem kompakten Objektiv. In Leica-Kreisen wird es häufig MATE genannt. Diese Abkürzung ist eine gebräuchliche Kurzform und nicht die vollständige offizielle Produktbezeichnung.
Historische Fachliteratur behandelt nicht nur die Schärfe, sondern auch die ungewöhnlich anspruchsvolle Mechanik, die Leistung bei Offenblende, die Unterschiede zu Festbrennweiten und die beiden äußerlich verschiedenen Fassungen. Diese Seite führt die technischen und praktischen Erkenntnisse in deutscher Sprache zusammen.
Schematische Lehrgrafik: Einordnung der Brennweiten 28, 35 und 50 mm sowie die äußeren Unterschiede zwischen erster und überarbeiteter Fassung. Ein Klick öffnet die SVG-Datei in Originalgröße.
Kurzfazit: Das Tri-Elmar-M 28–35–50 mm zählt zu den herausragenden Leica-M-Konstruktionen seiner Zeit. Schon bei f/4 liefert es an allen drei Brennweiten eine sehr hohe Leistung. Festbrennweiten bleiben bei größerer Lichtstärke, feinsten Details und in den äußersten Ecken im Vorteil. Die besondere Stärke des Tri-Elmar liegt in drei sofort verfügbaren Bildwinkeln ohne Objektivwechsel.
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenten-ID | FW-OBJ-LEI-M-MATE-01 |
| Titel | Leica Tri-Elmar-M 28–35–50 mm f/4 ASPH. |
| Bereich | Ausrüstung – Objektive – Leica – M-System |
| Dokumentenart | Historische Quellenanalyse, Objektivporträt und Praxishilfe |
| Verantwortlich | Wiki-Eigentümer |
| Version | 1.3 |
| Stand | 02.09.2026 |
| Dokumentenstatus | Öffentlich veröffentlicht |
| Klassifizierung | Öffentlich |
| Wiki.js-Pfad | /Fotografen-Wiki/Ausruestung/Objektive/Leica/M-System/FW-OBJ-LEI-M-MATE-01_Leica_Tri-Elmar-M_28-35-50mm |
| SEO-Feld | Inhalt |
|---|---|
| SEO-Titel | Leica Tri-Elmar-M 28–35–50 mm – Test und Praxis |
| Meta-Beschreibung | Leica Tri-Elmar-M 28–35–50 mm f/4 ASPH.: Varianten, Technik, Schärfe, Vignettierung, Verzeichnung, Praxis und Gebrauchtkauf. |
| Hauptkeyword | Leica Tri-Elmar-M 28–35–50 mm |
| Sekundäre Suchbegriffe | Leica MATE, Leica 11625, Leica 11890, Leica 11894, Tri-Elmar-M Test |
| Suchintention | Leistung, Versionen, praktische Eignung und Gebrauchtkaufrisiken des Tri-Elmar-M verstehen |
| Empfohlener URL-Slug | leica-tri-elmar-m-28-35-50mm |
Die ausführlichsten Puts-Darstellungen befinden sich in drei Werken:
| Werk | Fundstelle | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| Leica M Lenses – Their Soul and Secrets (2002) | Buchseiten 54–58 | ausführlicher Leistungsvergleich, MTF, Verzeichnung, Vignettierung und Vergleich mit Festbrennweiten |
| Leica Compendium, 3. Auflage (2011) | Abschnitt 7.2.21, Buchseiten 424–427 | technische Daten, Mechanik, Leistung bei 28/35/50 mm und Einordnung für digitale M-Kameras |
| Leica Chronicle (2014) | Abschnitt 36.21, Buchseiten 136–137 | Konstruktionsgeschichte, Entwickler, beide Fassungen, Bestellnummern und Verkaufszahl |
Ergänzende Fundstellen stehen in den Puts-Pocket-Guides, den Seriennummernlisten, Leica Lens Saga und Leica R-Lenses. Die Pocket Guides helfen bei der Einordnung dokumentierter Seriennummernblöcke. Sie beweisen jedoch nicht das exakte Herstellungsdatum eines einzelnen Objektivs.
Puts’ Beurteilung beruht auf seiner Testpraxis, MTF-Diagrammen, Filmaufnahmen und dem damaligen Stand des Leica-M-Systems. Die Texte sind eine bedeutende historische Fachquelle, aber kein moderner statistischer Vergleich mehrerer gebrauchter Exemplare an einem hochauflösenden Digitalsensor.
Leseregel: Die nachfolgenden Aussagen geben Puts’ Bewertung der Konstruktion wieder. Sie sind kein Zustandsnachweis für jedes heute angebotene Exemplar. Alter, Dezentrierung, Trübung, mechanischer Verschleiß und eine fehlerhafte Messsucherabstimmung können die praktische Leistung deutlich verändern.
Puts nennt für das Tri-Elmar-M einen Produktions- beziehungsweise Katalogzeitraum von 1998 bis 2006. Seriennummernblöcke wurden teilweise schon früher administrativ zugeteilt. Das darf nicht mit einem lückenlos belegten tatsächlichen Produktionsjahr jedes einzelnen Objektivs verwechselt werden.
Die Konstruktion wurde von Lothar Kölsch entworfen. Puts ordnet die anspruchsvolle Mechanik André de Winter zu. In Leica Lens Saga zählt er das Tri-Elmar zu einer dritten Generation moderner Leica-Konstruktionen, die hohe optische Leistung mit vergleichsweise kompakten Abmessungen verbindet.
Das Objektiv war für das M-System ungewöhnlich, weil es drei Bildwinkel bereitstellt und gleichzeitig die zugehörigen Sucherrahmen mechanisch ansteuern muss. Nach Puts wurden beide Fassungen zusammen mehr als 10.000-mal verkauft.
Nein. Das 28–35–50-mm-Tri-Elmar ist ein eingestelltes historisches Leica-M-Objektiv. Begriffe wie „current lens“ in älteren Puts-Texten beziehen sich auf den damaligen Veröffentlichungszeitpunkt und dürfen nicht als Aussage zum Leica-Programm 2026 gelesen werden.
Heute ist das Objektiv ausschließlich gebraucht erhältlich. Preis, Ersatzteilversorgung und Servicefähigkeit sind deshalb zeitabhängig und müssen vor einem Kauf neu geprüft werden.
Puts unterscheidet eine ursprüngliche und eine ab Photokina 2000 überarbeitete Fassung. Die zweite Version besitzt keine neue optische Rechnung. Leica verbesserte vor allem Abmessungen, Bedienung und Brennweitenumschaltung.
| Merkmal | Erste Fassung | Überarbeitete Fassung ab 2000 |
|---|---|---|
| Leica-Bestellnummern nach Puts | 11890 schwarz, 11894 silberverchromt | 11625 schwarz |
| optischer Aufbau | 8 Linsen in 6 Gruppen | unverändert |
| asphärische Flächen | zwei | zwei |
| Filterfassung | E55 | E49 |
| Fokussierhebel | kein Fokustab der späteren Ausführung | Fokustab vorhanden |
| Brennweitenwahl | 28-mm-Rastung wurde teilweise als wenig eindeutig kritisiert | verbesserter Auswahlmechanismus |
| Baugröße | länger und größer | etwas kürzer und kompakter |
| optische Leistung | gleiche optische Zelle | gleiche optische Zelle |
Die zuverlässigste erste Unterscheidung erfolgt nicht über eine behauptete Jahreszahl im Angebot, sondern über sichtbare Merkmale:
Wichtig: Eine höhere Seriennummer ist allein kein Beweis für ein bestimmtes Produktionsdatum oder für einen besseren optischen Zustand. Puts weist selbst darauf hin, dass Nummernblöcke administrativ zugeteilt wurden und nicht exakt mit der tatsächlichen Fertigung übereinstimmen müssen.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Anschluss | Leica-M-Bajonett |
| Brennweitenstellungen | 28 mm, 35 mm und 50 mm |
| größte Blende | f/4 bei allen drei Brennweiten |
| optischer Aufbau | 8 Linsen in 6 Gruppen |
| asphärische Korrektur | zwei Linsenelemente mit jeweils einer asphärischen Fläche |
| diagonale Bildwinkel nach Puts | ungefähr 76°, 64° und 45° |
| Naheinstellgrenze in den späteren Puts-Datentabellen | 1,0 m |
| Filter | E55, ab der überarbeiteten Fassung E49 |
| Gewicht laut späterer Puts-Tabelle | ungefähr 340 g schwarz, 460 g silberverchromt |
| Lichtstärke | konstant f/4 |
| Brennweitenwechsel | mechanisch gerastete Auswahl von drei Stellungen |
Der Text von 2002 nennt im Rahmen der Leistungsbeschreibung 1,2 m. Die späteren Puts-Tabellen in Leica Compendium und Leica Chronicle nennen 1,0 m. Für die technische Hauptangabe wird deshalb der spätere Tabellenwert von 1,0 m verwendet; die ältere Abweichung bleibt als Quellenhinweis dokumentiert.
Auch Gewichtsangaben schwanken je nach Fassung und Textstelle geringfügig. Für die Identifikation eines konkreten Exemplars sind die tatsächliche Version und eine eigene Messung verlässlicher als eine einzelne zusammenfassende Zahl.
Puts bezeichnet das Tri-Elmar aufgrund seiner optischen Arbeitsweise als echtes Zoomobjektiv. Beim Ändern der Brennweite werden zwei optische Gruppen relativ zueinander und zur Bildebene verschoben. Die Frontgruppe bewegt sich zusätzlich axial für die Entfernungseinstellung.
Für die fotografische Bedienung ist es dennoch kein gewöhnliches stufenloses Zoom:
Die scheinbar widersprüchlichen Bezeichnungen lassen sich damit sauber trennen:
| Betrachtung | Einordnung |
|---|---|
| optische Konstruktion | Zoomsystem mit beweglichen Linsengruppen |
| Bedienung | Mehrfachbrennweiten-Objektiv mit drei festen Stellungen |
| fotografische Arbeitsweise | näher an 28-, 35- und 50-mm-Festbrennweiten als an einem stufenlosen Zoom |
Beim Brennweitenwechsel muss das Objektiv gleichzeitig mehrere Aufgaben erfüllen:
Die Reihenfolge der mechanischen Rahmenansteuerung ist laut Puts 35–50–28 mm. Die internen Bewegungswege sind dabei nicht gleichmäßig. Besonders der Wechsel zwischen 50 und 28 mm verlangt anders geformte Steuerkurven als der kürzere interne Weg zwischen 50 und 35 mm.
Puts betont, dass jede der drei Brennweitenpositionen bei der Montage mit hoher Genauigkeit abgestimmt wird. Für ihn erreicht die traditionelle Leica-Präzisionsmechanik bei diesem Objektiv einen ihrer Höhepunkte.
Die konstruktive Raffinesse ist gleichzeitig ein Gebrauchtkaufrisiko. Ein Objektiv kann optisch sauber aussehen und trotzdem Probleme besitzen:
Deshalb muss ein konkretes Exemplar immer an der vorgesehenen Kamera geprüft werden.
Puts’ Bewertung ist ungewöhnlich deutlich. Er beschreibt das Tri-Elmar-M als optisch klar besser als viele ältere Leica-Objektive der Brennweiten 28, 35 und 50 mm. In zahlreichen realen Aufnahmesituationen erreiche es bei f/4 eine Leistung, die mit den zur jeweiligen Zeit aktuellen Festbrennweiten vergleichbar sei.
Seine Kernaussagen lauten in zusammengefasster Form:
Einordnung: „Nahe an Festbrennweiten“ gilt bei vergleichbarer Blende. Ein Summicron oder Elmarit bietet zusätzlich eine beziehungsweise zwei größere Blendenöffnungen. Diesen Lichtstärkevorteil kann das Tri-Elmar optisch nicht ersetzen.
Bei 28 mm beschreibt Puts bei f/4 eine mittlere bis hohe Kontrastleistung im Zentrum. Feine Details werden deutlich wiedergegeben; sehr feine Strukturen bleiben erkennbar, werden zu den Außenzonen jedoch weicher.
| Prüfpunkt | Puts’ Einordnung |
|---|---|
| Bildmitte bei f/4 | mittlerer bis hoher Kontrast, feine Details klar sichtbar |
| Außenzonen | leichter Kontrastabfall und weichere sehr feine Details |
| äußerste Ecken | schwächer als die Mitte; Motiv und Ausgabegröße entscheiden über die Sichtbarkeit |
| Abblenden auf f/5,6 | Kontrast verbessert sich; die grundsätzliche Korrektur ist bereits bei f/4 hoch |
| Nahbereich | hohe Kontrastleistung und gleichmäßiges Bildfeld |
| Verzeichnung | am deutlichsten von allen drei Brennweitenstellungen |
| Vignettierung | ungefähr 1,5 Blendenstufen in den Ecken bei f/4 |
| Streulicht | sehr gut unterdrückt |
Bei flachen Motiven wie Mauern kann die Verzeichnung sichtbar werden. Bei räumlich gestaffelten Architekturmotiven fällt sie nach Puts weniger deutlich auf. Für exakte Reproduktionen oder streng geometrische Architektur sollte sie trotzdem geprüft und gegebenenfalls korrigiert werden.
Nachtaufnahmen bei 28 mm beurteilt Puts positiv: Lichter und Schatten bleiben klar, Details werden gut erhalten und Koma erscheint nur schwach in den äußersten Zonen.
Die 35-mm-Stellung zeigt nach Puts bei Offenblende einen geringfügig niedrigeren Kontrast als die 50-mm-Stellung. Sehr feine Details wirken etwas weicher. Als besondere Stärke hebt er jedoch die gleichmäßige Leistung über das gesamte Bildfeld hervor.
| Prüfpunkt | Puts’ Einordnung |
|---|---|
| Bildmitte bei f/4 | hohe Detailleistung, etwas geringerer Kontrast als bei 50 mm |
| Außenzonen | sehr feine Details schwächer, insgesamt aber ausgeglichen |
| Gleichmäßigkeit | bemerkenswert gleichmäßige Leistung über das Bildfeld |
| Abblenden | etwas mehr Kontrast; kein grundlegender Leistungssprung erforderlich |
| Nahbereich | hoher Kontrast und sehr gute Detailwiedergabe über das Bildfeld |
| Verzeichnung | deutlich geringer als bei 28 mm |
| Vignettierung | ungefähr eine Blendenstufe in den Ecken bei f/4 |
Die 35-mm-Stellung ist damit besonders für Reportage, Reise, Umweltporträt und dokumentarische Serien interessant. Sie verbindet einen moderaten Weitwinkeleindruck mit einem vergleichsweise ruhigen Bildaufbau.
Puts und die von ihm wiedergegebene Leica-Einordnung sehen die 50-mm-Stellung als stärkste Position des Objektivs.
| Prüfpunkt | Puts’ Einordnung |
|---|---|
| Bildmitte bei f/4 | hoher Kontrast, feine und sehr feine Details werden klar wiedergegeben |
| größter Teil des Bildfelds | sehr gute bis hohe Leistung |
| Außenzonen | leichter Kontrastverlust und etwas weichere Texturen |
| äußerste Ecken | bei f/4 sichtbar weicher; feine Details bleiben erkennbar |
| Abblenden auf f/5,6 | leichte Verbesserung von Kontrast und Definition |
| Nahbereich | sehr gute Leistung und klare Detailzeichnung |
| Verzeichnung | gering |
| Vignettierung | ungefähr eine Blendenstufe in den Ecken bei f/4 |
Die 50-mm-Stellung eignet sich für konzentrierte Reportage, Details, Reise und ruhige Porträts mit sichtbarer Umgebung. Gegenüber einem lichtstarken 50-mm-Objektiv fehlt jedoch die Freistellung und Lichtreserve von f/2 oder f/1,4.
Puts stellt fest, dass das Tri-Elmar bei allen drei Brennweiten durch Abblenden vergleichsweise wenig zulegt. Das ist positiv zu verstehen: Die Leistung liegt bereits bei f/4 auf hohem Niveau.
| Blende | praktische Einordnung |
|---|---|
| f/4 | bereits sehr hohe Leistung; maximale Lichtausbeute des Objektivs |
| f/5,6 | leichte Steigerung von Kontrast und Definition; guter Ausgangspunkt für maximale technische Qualität |
| f/8 | hohe Schärfentiefe und robuste Landschafts- beziehungsweise Architektureinstellung |
| f/11 | laut Puts bleibt das Leistungsniveau weitgehend erhalten; Beugung beginnt stärker mitzuwirken |
| kleiner als f/11 | nur verwenden, wenn die zusätzliche Schärfentiefe wichtiger ist als maximale Detailauflösung |
Für heutige hochauflösende Digitalkameras sollte die optimale Arbeitsblende am eigenen Exemplar geprüft werden. Puts’ historische Ergebnisse dürfen nicht in einen exakten modernen Sensorwert umgerechnet werden.
In Leica M Lenses – Their Soul and Secrets veröffentlicht Puts für alle drei Brennweiten Diagramme zu:
Die Kurven stützen seine verbale Bewertung:
MTF-Kurven beschreiben Kontrastübertragung unter definierten Bedingungen. Sie zeigen nicht unmittelbar:
Die Originaldiagramme werden hier aus urheberrechtlichen Gründen nicht reproduziert. Die Seite fasst nur die daraus abgeleiteten Befunde zusammen.
Die 28-mm-Stellung ist die kritischste Position. Gerade Linien nahe dem Bildrand können bei flachen Motiven sichtbar gekrümmt erscheinen. Bei 35 und 50 mm ist die Verzeichnung nach Puts wesentlich geringer.
Puts nennt bei f/4 ungefähr:
Randabdunklung ist bei gleichmäßigen Flächen und offener Blende am leichtesten sichtbar. Bei vielen realen Motiven kann sie gestalterisch unauffällig bleiben oder digital korrigiert werden. Eine digitale Korrektur hellt jedoch auch das Rauschen in den Ecken an.
Die Streulichtkontrolle gehört für Puts zu den Stärken des Objektivs. Eine saubere Wiedergabe von Spitzlichtern verbessert Klarheit, Tiefenwirkung und feine Tonwerttrennung. Bei 28-mm-Nachtaufnahmen beschreibt er nur schwaches Koma in den äußersten Bildbereichen.
Ein altes oder verschmutztes Exemplar kann deutlich schlechter reagieren. Schleier auf inneren Flächen senkt den Kontrast und kann den von Puts beschriebenen Vorteil zunichtemachen.
Puts verglich das Tri-Elmar unter anderem mit damals aktuellen beziehungsweise unmittelbar vorausgehenden Leica-Festbrennweiten der drei Brennweitenklassen.
| Kriterium | Tri-Elmar-M | Festbrennweiten |
|---|---|---|
| Leistung bei f/4 | in vielen Aufnahmesituationen auf sehr ähnlichem Niveau | häufig nur leicht überlegen |
| extrem feine Details | geringfügig schwächer | Vorteil, besonders bei kritischer Großvergrößerung |
| äußerste Ecken | je nach Brennweite weicher | meist etwas stärker |
| Gesamtkontrast | sehr hoch | teilweise eine Spur höher |
| Lichtstärke | maximal f/4 | häufig f/2,8, f/2 oder f/1,4 |
| Objektivwechsel | nicht erforderlich | für jeden Bildwinkel erforderlich |
| Gewicht des Dreier-Sets | ein Objektiv | zusammen deutlich höher |
| Freistellung | begrenzt | mit lichtstarken Varianten deutlich stärker |
| spontane Brennweitenwahl | sehr schnell | langsamer und mit Wechselrisiko verbunden |
Puts’ Schlussfolgerung ist differenziert: Das Tri-Elmar ersetzt drei erstklassige Festbrennweiten nicht in jeder Situation. Es ist aber eine außergewöhnlich leistungsfähige Alternative, wenn f/4 ausreicht und der schnelle Wechsel zwischen drei Bildwinkeln wichtiger ist als maximale Lichtstärke.
28, 35 und 50 mm decken viele klassische Reportagesituationen ab:
Der Wechsel erfolgt, ohne das Objektiv abzunehmen. Das reduziert Staubeintrag, Zeitverlust und das Risiko, beim Objektivwechsel einen Moment zu verpassen.
Bei f/5,6 bis f/8 verbindet das Objektiv hohe Leistung mit ausreichender Schärfentiefe. Die drei Stellungen ermöglichen sowohl weite Übersichten als auch konzentriertere Landschaftsausschnitte. Bei 28 mm sollten Randdetails und Verzeichnung kontrolliert werden.
35 und 50 mm sind für dokumentarische Architektur gut geeignet. Bei 28 mm kann die Verzeichnung an geraden Linien sichtbar werden. Perspektivische Konvergenz entsteht dagegen durch den Kamerastandpunkt und darf nicht mit Objektivverzeichnung verwechselt werden.
Die drei vertrauten Brennweiten können vor der Aufnahme bewusst gewählt werden. Das unterstützt eine Arbeitsweise mit festen Bildwinkeln. Die begrenzte Lichtstärke verlangt bei Bewegung und wenig Licht höhere ISO-Werte oder längere Belichtungszeiten.
Hier liegt die wichtigste Grenze. Gegenüber f/2 fehlen zwei Blendenstufen, gegenüber f/1,4 drei. Moderne Digitalkameras können einen Teil davon durch höhere ISO-Werte kompensieren. Bewegungsunschärfe und geringere Freistellung bleiben jedoch reale Unterschiede.
An einer kompatiblen klassischen Leica M soll die gewählte Brennweitenstellung den zugehörigen Leuchtrahmen aufrufen. Diese Funktion muss bei einem gebrauchten Exemplar für alle drei Stellungen geprüft werden.
Bei historischen Gehäusen stehen nicht immer alle benötigten Rahmenlinien zur Verfügung. Dass sich das Objektiv mechanisch montieren lässt, bedeutet deshalb nicht automatisch, dass 28, 35 und 50 mm ohne zusätzlichen Sucher präzise eingerahmt werden können.
Ein elektronischer Sucher zeigt den tatsächlich erfassten Bildausschnitt. Dadurch verliert die mechanische Rahmenwahl für die Bildgestaltung an Bedeutung. Für die Fokussierung bleiben dennoch folgende Punkte wichtig:
Diese EVF-Hinweise sind eine heutige praktische Ableitung und keine direkte Puts-Aussage.
Puts beschreibt die drei Bedienringe als gewöhnungsbedürftig. Entfernung, Brennweite und Blende liegen dicht beieinander. In schnellen Situationen kann zunächst versehentlich der Brennweitenring statt des Fokussierrings bewegt werden.
Ein sinnvoller Ablauf ist:
Nach kurzer Eingewöhnung wird die Brennweitenwahl nach Puts intuitiver. Das Objektiv spielt seinen Vorteil besonders dann aus, wenn der Fotograf die Wirkung der drei Bildwinkel bereits kennt und nicht während jeder Aufnahme beliebig „zoomt“.
Kaufpriorität: Bei zwei Angeboten ist der nachweislich bessere optische und mechanische Zustand wichtiger als eine möglichst hohe Seriennummer. Die zweite Fassung verbessert die Bedienung, nicht die optische Rechnung.
Für jede Brennweite 28, 35 und 50 mm:
| Prüfpunkt | 28 mm | 35 mm | 50 mm |
|---|---|---|---|
| Mitte f/4 | |||
| linke obere Ecke f/4 | |||
| rechte obere Ecke f/4 | |||
| linke untere Ecke f/4 | |||
| rechte untere Ecke f/4 | |||
| Veränderung bei f/5,6 | |||
| Veränderung bei f/8 | |||
| Verzeichnung | |||
| Vignettierung ohne Profil | |||
| Gegenlicht | |||
| Fokuslage Nahbereich | |||
| Fokuslage Unendlich | |||
| Brennweitenrastung |
Ein einseitiger Schärfeabfall spricht eher für Dezentrierung, Verkippung oder ein mechanisches Problem als für den normalen von Puts beschriebenen Bildcharakter.
Erwin Puts beurteilt das Leica Tri-Elmar-M 28–35–50 mm f/4 ASPH. nicht als bloßen Kompromiss. Für ihn ist es eine optisch und mechanisch außergewöhnliche Konstruktion, die bei Offenblende bereits ein sehr hohes Niveau erreicht und viele ältere Leica-Festbrennweiten übertrifft.
Die stärkste Stellung ist 50 mm. Bei 35 mm überzeugt besonders die Gleichmäßigkeit. Bei 28 mm bleiben Verzeichnung, stärkere Vignettierung und weichere Außenzonen die sichtbarsten Einschränkungen. Die Streulichtkontrolle ist an allen Stellungen eine Stärke.
Festbrennweiten behalten ihren Platz durch größere Öffnungen, etwas bessere äußerste Ecken, höchste Detailzeichnung und stärkere Freistellung. Das Tri-Elmar antwortet darauf mit einer anderen Qualität: Drei klassische Bildwinkel sind sofort verfügbar, ohne dass Kamera oder Objektiv geöffnet werden müssen.
Für ein gut erhaltenes und korrekt justiertes Exemplar gilt deshalb auch heute eine klare Einordnung:
Das Tri-Elmar-M ist kein Ersatz für jede lichtstarke Festbrennweite. Es ist ein eigenständiges, sehr hochwertiges Drei-Brennweiten-System für Fotografen, die Mobilität, Konzentration und schnelle Bildwinkelwechsel höher gewichten als maximale Lichtstärke.
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|---|---|
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| Version | Datum | Änderung |
|---|---|---|
| 1.3 | 02.09.2026 | Öffentliche Darstellung neutralisiert: Puts-Hinweis aus Titel, SEO-Daten, Einleitung, Grafik und Navigationsbezeichnungen entfernt; Quellenzuordnungen im Fachtext beibehalten. |
| 1.1 | 02.09.2026 | Eigene schematische SVG-Lehrgrafik im Format 1600 × 900 Pixel eingebunden; drei Brennweitenstellungen, Puts’ Kernaussagen sowie E55- und E49-Fassung visualisiert. |
| 1.2 | 02.09.2026 | Interne Angaben zum Quellen- und Abbildungsstatus entfernt; Wiki.js-Pfad und URL-Slug verkürzt. |
| 1.0 | 02.09.2026 | Vollständige öffentliche deutschsprachige Synthese der im lokalen Puts-Archiv vorhandenen Beiträge zum Leica Tri-Elmar-M 28–35–50 mm erstellt; Fassungen, Mechanik, technische Daten, Leistung bei 28/35/50 mm, MTF-Einordnung, Verzeichnung, Vignettierung, Streulicht, Festbrennweitenvergleich, Einsatzgebiete, EVF-Praxis, Gebrauchtkauf und Prüfplan getrennt dokumentiert. |