| Dokumenteninformation | Festlegung |
|---|---|
| Dokumenten-ID | FW-KAM-LEI-R62-01 |
| Titel | Leica R 6.2 |
| Bereich | Ausrüstung – Kameras – Leica – Leica R |
| Dokumentenart | Kameramodell- und Praxisbeschreibung |
| Hersteller | Leica |
| Verantwortlich | Wiki-Eigentümer |
| Version | 1.4 |
| Stand | 26.07.2026 |
| Dokumentenstatus | Entwurf |
| Klassifizierung | Öffentlich |
| Technischer Datenstand | Gebrauchsanleitung und historische Quellen, geprüft am 24.07.2026 |
| Wiki.js-Pfad | /Fotografen-Wiki/Ausruestung/Kameras/Leica/Leica_R6-2/FW-KAM-LEI-R62-01_Leica_R6-2 |
Die Leica R 6.2 ist eine analoge Kleinbild-Spiegelreflexkamera mit Leica-R-Bajonett, manueller Scharfstellung und ausschließlich manueller Belichtungssteuerung. Ihr vertikal ablaufender Metalllamellenverschluss wird mechanisch gesteuert. Dadurch bleiben die normalen Verschlusszeiten auch ohne Batterien nutzbar; Batterien werden für Belichtungsmesser, Sucheranzeigen, Sucherbeleuchtung und den elektronischen Selbstauslöser benötigt.
Die Kamera wurde 1992 eingeführt. Eine historische Produktdatenbank nennt Mai 1992 als Markteinführung. Als regulärer Produktions- beziehungsweise Angebotszeitraum wird häufig 1992 bis 1997 angegeben. Seriennummernlisten dokumentieren allerdings kleinere spätere Chargen bis 2001. Das Erscheinungsjahr 1992 ist daher deutlich belastbarer als ein einziges abschließendes Produktionsjahr.
Die R 6.2 folgte auf die Leica R 6. Ihre wichtigste technische Änderung war die Verkürzung der kürzesten Verschlusszeit von 1/1.000 s auf 1/2.000 s. Sie gilt als letzte mechanisch gesteuerte Leica-R-Spiegelreflexkamera mit manueller Belichtung.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Erscheinungsjahr | 1992 |
| Genannte Markteinführung | Mai 1992 |
| Häufig genannter regulärer Zeitraum | 1992 bis 1997 |
| Kameratyp | Analoge einäugige Kleinbild-Spiegelreflexkamera |
| Filmformat | 35-mm-Kleinbildfilm, Aufnahmeformat 24 × 36 mm |
| Objektivanschluss | Leica-R-Bajonett |
| Fokussierung | Manuell |
| Belichtungssteuerung | Manuell |
| Verschluss | Mechanisch gesteuerter, vertikal ablaufender Metalllamellen-Schlitzverschluss |
| Verschlusszeiten | 1 s bis 1/2.000 s sowie B |
| Blitzsynchronzeit | X = 1/100 s |
| Belichtungsmessung | TTL, wahlweise großflächig-integral oder selektiv |
| Filmempfindlichkeit | ISO 12/12° bis ISO 3.200/36° |
| Sucher | Fest eingebauter Pentaprismensucher |
| Suchervergrößerung | 0,8-fach |
| Sucherbildfeld | circa 92 % |
| Dioptrienausgleich | ±2 Dioptrien |
| Abmessungen | circa 138,5 × 89,1 × 62,2 bis 63,5 mm, abhängig von Quelle und Messweise |
| Gewicht | circa 625 g ohne Objektiv |
| Energieversorgung | Zwei Silberoxid-Knopfzellen oder eine Lithiumzelle; nicht für den mechanischen Verschluss erforderlich |
| Ausführungen | Schwarz oder hell/silbern |
| Thema | Einordnung |
|---|---|
| Vorgänger | Leica R 6 |
| Einführung | 1992 |
| Wesentliche Änderung zur R 6 | Kürzeste Verschlusszeit 1/2.000 s statt 1/1.000 s sowie Überarbeitungen am Verschlussmechanismus |
| Nachfolgende Entwicklung | Leica R 7 mit stärkerer elektronischer Automatisierung; später vollständig neu gestaltete Leica R 8 |
| Historische Bedeutung | Späte mechanische Profi-SLR innerhalb des Leica-R-Systems |
Die Einordnung als mechanische Kamera bedeutet nicht, dass die R 6.2 vollständig ohne Elektronik auskommt. Der eigentliche Aufnahmevorgang und die Verschlusszeiten funktionieren mechanisch. Komfortfunktionen wie Belichtungsmessung und LED-Anzeigen sind dagegen batteriebetrieben.
Quellen nennen unterschiedliche Endpunkte:
Für die Identifikation einer konkreten Kamera sind deshalb Seriennummer, Ausführung und gegebenenfalls vorhandene Kauf- oder Serviceunterlagen aussagekräftiger als eine pauschale Jahresangabe.
| Funktion | Technische Angabe |
|---|---|
| Steuerung | vollständig mechanisch |
| Verschlussbauart | Metalllamellen-Schlitzverschluss, vertikaler Ablauf |
| Einstellbare Zeiten | 1 s, 1/2 s, 1/4 s, 1/8 s, 1/15 s, 1/30 s, 1/60 s, 1/125 s, 1/250 s, 1/500 s, 1/1.000 s und 1/2.000 s |
| Langzeitbelichtung | B |
| Elektronenblitz | X-Synchronisation bei 1/100 s |
| Belichtungsautomatik | Nicht vorhanden |
| Belichtungskorrektur | ±2 EV in Drittelstufen für die Messanzeige |
Die Kamera erzwingt keine von der Messung vorgeschlagene Kombination. Blende und Verschlusszeit werden vollständig von Hand gewählt. Der Belichtungsmesser unterstützt die Entscheidung mit LED-Anzeigen im Sucher.
Die R 6.2 bietet zwei TTL-Messmethoden:
| Messart | Charakteristik | Geeignete Situationen |
|---|---|---|
| Großflächig-integral | Durchschnittsorientierte Messung über einen größeren Bildbereich | gleichmäßige Beleuchtung, schnelle Alltagssituationen und allgemeine Motive |
| Selektiv | Messung in einem zentralen Kreis von etwa 7 mm auf der Einstellscheibe | Gegenlicht, hohe Kontraste, gezielte Messung auf Haut, Schatten oder wichtige Motivbereiche |
Bei ISO 100 reicht der Arbeitsbereich laut Anleitung ungefähr:
Die Belichtungsanzeige arbeitet mit drei LEDs. Pfeile weisen auf Unter- oder Überbelichtung hin; die mittlere Anzeige kennzeichnet die von der Kamera als korrekt bewertete Belichtung. Verschlusszeit, Blende, Messart und Belichtungsabgleich sind im Sucher erkennbar. Eine zuschaltbare Beleuchtung unterstützt das Ablesen bei wenig Licht.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Suchertyp | Fest eingebauter Pentaprismensucher |
| Vergrößerung | 0,8-fach |
| Bildfeld | circa 92 % |
| Dioptrienausgleich | ±2 Dioptrien |
| Einstellscheiben | Fünf austauschbare Ausführungen wurden angeboten |
| Anzeigen | Verschlusszeit, Blende, Messmethode, Belichtungsabgleich und Blitzstatus |
Die universelle Einstellscheibe kombiniert Hilfen für die manuelle Fokussierung. Ob das Sucherbild für die eigene Sehstärke und das verwendete Objektiv ausreichend hell und eindeutig ist, sollte praktisch geprüft werden.
Eine unabhängige Spiegelvorauslösung ist über einen geeigneten Drahtauslöser möglich. Dabei werden Spiegel und Springblende vor der eigentlichen Belichtung ausgelöst. Das kann bei Stativaufnahmen und kritischen Verschlusszeiten Vibrationen reduzieren.
| Bereich | Angabe |
|---|---|
| Filmtransport | Manuell mit Schnellschalthebel |
| Aufzugsweg | circa 130° |
| Rückspulung | Manuell |
| Motor-Winder R | Zubehör, bis circa 2 Bilder pro Sekunde |
| Motor-Drive R | Zubehör, je nach Einstellung Einzelbild, circa 2 oder 4 Bilder pro Sekunde |
| Selbstauslöser | Elektronisch, daher batterieabhängig |
| Datenrückwand | DB-2 Leica R Data Back als Zubehör |
| Stativgewinde | 1/4 Zoll |
Laut Gebrauchsanleitung können entweder zwei geeignete Silberoxid-Knopfzellen, beispielsweise SR44/357, oder eine geeignete Lithiumzelle vom Typ CR 1/3 N verwendet werden.
Die Batterien versorgen:
Der mechanische Verschluss bleibt auch bei leeren oder fehlenden Batterien funktionsfähig.
Die R 6.2 verwendet das Leica-R-Bajonett. Die Gebrauchsanleitung nennt ein damaliges Programm von mehr als 30 Leica-R-Objektiven mit Brennweiten von 15 bis 800 mm.
Leica R Objektive – Übersicht, Kompatibilität und Kaufberatung
Bei älteren Leica-R- und Leicaflex-Objektiven muss die konkrete Kupplungs- beziehungsweise Steuerkurvenausführung geprüft werden. Mechanische Montierbarkeit allein bestätigt nicht automatisch die vollständige Übertragung von Blende und Belichtungsmessung.
Die Leica R 6.2 passt gut zu einer bewusst manuellen Schwarzweiß-Arbeitsweise mit TRI-X 400.
| Thema | Ausgangspunkt |
|---|---|
| Filmempfindlichkeit | ISO 400 einstellen |
| Messmethode allgemein | Integralmessung |
| Hohes Kontrast- oder Gegenlicht | Selektivmessung auf den bildwichtigen Tonwert |
| Belichtung | Blende und Zeit manuell abgleichen |
| Dokumentation | Film, Belichtung, Filter und geplante Entwicklung notieren |
| Film | Belichtet wie | Entwickler | Verdünnung | Zeit/Temperatur | Ergebnis |
|---|---|---|---|---|---|
| TRI-X 400 | ISO 400 |
| Stärke | Praktische Bedeutung |
|---|---|
| Mechanischer Verschluss | Aufnahmebetrieb unabhängig von Batterien |
| Manuelle, direkte Bedienung | Blende, Zeit und Fokus bleiben vollständig kontrollierbar |
| Zwei Messmethoden | Schneller Wechsel zwischen allgemeiner und gezielter Belichtungsmessung |
| Informative Sucheranzeige | Zeit, Blende, Messart und Belichtungsabweichung bleiben im Blick |
| Solides Gehäuse | Wertige, langlebig wirkende Konstruktion |
| Spiegelvorauslösung | Vorteil bei Stativ, längeren Brennweiten und kritischen Zeiten |
| Leica-R-Objektivprogramm | Zugang zu zahlreichen manuellen Leica-R-Objektiven |
Die folgenden Punkte verbinden konstruktive Geräteeigenschaften mit subjektiven Praxiseindrücken. Sie sind keine pauschale Qualitätsbewertung.
In einem ausführlichen Praxistest von Hamish Gill werden besonders hervorgehoben:
Der gleiche Test nennt beziehungsweise diskutiert:
Die fehlende Automatik ist für bewusst manuelles Arbeiten ein Merkmal und kein Fehler. Sie wird erst dann zum Nachteil, wenn schnelle wechselnde Lichtsituationen oder automatisierte Abläufe erwartet werden.
| Prüfbereich | Prüfpunkte |
|---|---|
| Identität | Modellbezeichnung, Seriennummer, schwarze oder helle Ausführung |
| Verschluss | Alle Zeiten akustisch und möglichst messtechnisch prüfen; Gleichlauf und Lamellen kontrollieren |
| Spiegel | Saubere, zügige Bewegung; keine Verzögerung oder klebende Mechanik |
| Belichtungsmesser | Beide Messarten, LED-Abgleich und Plausibilität mit Referenzmesser prüfen |
| Sucher | Helligkeit, Staub, Pilz, Beschädigungen, Dioptrienausgleich und Sucherbeleuchtung |
| Einstellscheibe | Typ, Kratzer, korrekter Sitz und Fokussiergenauigkeit |
| Filmtransport | Aufzug, Bildzählwerk, Rückspulung und Mehrfachbelichtung prüfen |
| Filmkammer | Andruckplatte, Filmführung, Lichtdichtungen und Korrosion |
| Batteriefach | Kontakte, Deckel und Spuren ausgelaufener Batterien |
| Bajonett | Verschleiß, Schrauben, Blendenübertragung und Objektivverriegelung |
| Zubehör | Gehäusedeckel, Augenmuschel, Riemen, Anleitung und eventuell Motorantrieb |
| Service | Letzte Wartung, Reparaturbelege, Ersatzteillage und Rückgaberecht |
Bei einer hochpreisigen Kamera empfiehlt sich eine Prüfung mit Testfilm. Erst die entwickelten Negative zeigen zuverlässig Filmplanlage, Lichtdichtheit, Bildabstände und tatsächliche Belichtungskonstanz.
| Dokument | Interner Wiki.js-Link |
|---|---|
| Leica R 6.2 Gebrauchsanleitung | r62.pdf |
Die Anleitung ist maßgeblich für:
| Thema | Link |
|---|---|
| Leica – Übersicht | FW-KAM-LEI-01 öffnen |
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| Leica Seriennummern, Sondereditionen und Geschenke | FW-KAM-LEI-11 öffnen |
| Quelle | Verwendung |
|---|---|
| Interne Leica-R-6.2-Gebrauchsanleitung | Bedienung, Messung, Batterien, Filmempfindlichkeit und technische Daten |
| Leica R6.2 User Manual | Vergleichsausgabe der historischen Gebrauchsanleitung |
| Historische Leica-R-6.2-Broschüre | Konstruktion, Abmessungen, Gewicht und Ausstattung |
| Leica Wiki – R6.2 | Modellgeschichte, Varianten und Seriennummernübersicht |
| Summilux.net – Leica R6.2 | Historische technische Zusammenstellung |
| Casual Photophile – Leica R6.2 Review | Subjektive Praxiseindrücke und Kritikpunkte |
| Leica Camera – Downloads | Aktueller offizieller Downloadbereich |
| Erwin Puts – „Leica Lists“, Juni 2010 | Historische Seriennummernblöcke und Zuteilungsjahre; kein alleiniger Nachweis für ein exaktes Produktionsjahr |
Historische Quellen unterscheiden sich teilweise bei Abmessungen, ISO-Bereich und Produktionsende. Für diese Seite werden die Angaben der Gebrauchsanleitung beziehungsweise der historischen Broschüre bevorzugt. Abweichungen werden ausdrücklich genannt und nicht stillschweigend vereinheitlicht.
| Version | Datum | Änderung |
|---|---|---|
| 1.0 | 24.07.2026 | Modellseite mit Erscheinungszeitraum, technischen Daten, Gewicht, Belichtungsmessung, TRI-X-400-Praxis, Kritikpunkten, Gebrauchtkaufprüfung, Quellen und internem PDF-Link erstellt |
| 1.1 | 24.07.2026 | Übersicht FW-FILM-01-01 zu analogen Filmen verknüpft |
| 1.2 | 26.07.2026 | Systemseite FW-OBJ-LEI-R-01 zu Leica-R-Objektiven, Kupplungsvarianten, R-6.2-Kompatibilität und Gebrauchtkauf verknüpft |
| 1.3 | 26.07.2026 | Testauswertung FW-OBJ-LEI-R-02 zu Leica-R-Objektiven mit Empfehlungen und Prüfplan für die R 6.2 verknüpft |
| 1.4 | 26.07.2026 | Puts-Auswertung FW-KAM-LEI-11 und internes PDF „Leica Lists“ zur vorsichtigen Einordnung von R-6.2-Seriennummernblöcken ergänzt |